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Mittwoch, 15. Dezember 2010

Der letzte Harem - Peter Prange






Inhalt:
Geschichten aus dem Morgenland weckten schon immer das besondere Interesse der Leser, und wenn dann noch der Erfolgsautor Peter Prange in einen Harem entführt, ist spannende Unterhaltung garantiert. Sein Roman Der letzte HAREM umspannt die Jahre 1895 bis 1923, einer Zeit dramatischer Umbrüche in der Türkei. Gleich zu Beginn wird das Heimatdorf der beiden Hauptpersonen, zwei Mädchen, niedergebrannt. Die beiden Freundinnen überleben und werden an den Harem des Sultans Abdülhamid verkauft: Elisa, die armenische Christin, und Fatima, die muslimische Kurdin. Erstaunlich schnell leben sich die Mädchen in der neuen Märchenwelt ein. Die schöne Fatima avanciert zur Favoritin des Sultans und schenkt ihm einen Sohn. Elisa darf der "ewigen Majestät" vorlesen, außer den Suren des Korans auch die Geschichten von Sherlock Holmes - eine neue Scheherazade?
Trotz strengster Bewachung lernt Elisa die Liebe ihres Lebens kennen, den deutschen Arzt Felix. Auch hier greift also das oft zitierte Kismet ein. All diese Geschehnisse erzählt der Autor in schillernder Sprache vor einem prächtigen Hintergrund und wagt manchen Blick hinter orientalische Vorhänge und Schleier, um die letzten Geheimnisse des Mythos Harem aufzudecken.
Derweilen ereignen sich vor den Toren des Palastes dramatische Szenen: Der Umsturz der Jungtürken ist in vollem Gange. Der Sultan wird ins Exil geschickt, der Harem aufgelöst. Die Freundinnen müssen sich trennen, der deutsche Arzt wird zum Spielball der neuen Mächte. In den Wirren der Zeit treffen die Protagonisten immer wieder aufeinander, um sich dann erneut aus den Augen zu verlieren.

1 Kommentar:

  1. Zu Anfang fand ich es etwas langatmig, bis ich in die Geschichte förmlich eingesogen wurde. Faszinierend fand ich die Entwicklungen beider Freundinnen, die trotz verschiedener Religionen um ihre Freundschaft kämpften. Erst viel später erkannte eine der Freundinnen die Intrige und somit auch ihre Fehler der anderen gegenüber.
    Wieder gab mir der Mord an den Armeniern zu denken. Es ist entsetzlich, dass es wohl scheinbar in jeder Nation so einen Völkermord gab, der niemals wieder gut zu machen war. Die Tatsache, dass Fatima und Elisa es bis zum bitteren Ende schaffen, ihren Weg gemeinsam zu gehen, zeigt, dass man sehr wohl in der Lage ist, sich über Konventionen hinwegzusetzen, wenn man nur will.
    Es ging mir nah, wie sehr die Frauen litten, als sie aus dem Harem entfernt wurden und einem neuen Schicksal ausgeliefert waren.

    Die Liebe zwischen Elisa und dem Arzt gefiel mir, weil sie realistisch war. Viele Glaubensrichtungen treffen hier aufeinander, berühren und bekämpfen sich, finden einen Weg, nebeneinander friedlich zu existieren.

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